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Verein für australische Treib- und Hütehunde

Tag 7: Engelberg - Jochpass - Reuti

Der siebte Tag unserer Reise war vor allem eines: Nass! Schon am frühen Morgen regnete es in Strömen und meine grösste Motivation war es, endlich mal die Regenkleidung richtig austesten zu können. Immerhin hatte es in den vergangenen Tagen nie stark genug geregnet, dass ich die Vollmontur benötigt hätte oder dann erst, als ich schon fast am Ziel angekommen war und es sich nicht mehr gelohnt hätte. So verliess ich dann Engelberg Richtung Süden und war kurz vor 11:00 Uhr am Trüebsee. Trüb war jedoch nicht nur der See sondern weiterhin auch der Himmel. Mit leicht gedämpfter Stimmung machten wir uns deshalb auf den Jochpass zu besteigen. Doch im Wissen, dass dies der letzte, richtig happige Anstieg auf unserer merhtägigen Wanderung sein würde gelang auch dies ganz ordentlich. In der Woche seit unserem Start in Sargans war nicht bloss der Rucksack leichter geworden, ich hatte auch das Gefühl mich immer besser an die Belastung und die dünne Luft gewöhnt zu haben.

Im Restaurant auf der Passhöhe, welche gleichzeitig Bergstation mehrere Sesselbahnen ist, gönnte ich mir eine heisse Ovolmatine (in der Hoffnung es noch lange zu können). Wenig überraschend waren Finnja und ich die einzigen Gästen weshalb das Personal die Ruhe vor dem Ansturm der Wintersportler nutzte um nochmals richtig sauber zu machen. Das wäre für mich kein Problem gewesen, wäre da nicht dieser (wie ich empfinde sehr unangenehme) Duft von Putzessig gewesen und die Tatsache, dass man es nicht mal für notwendig hielt die Plastikhandschuhe auszuziehen als ich bezahlen wollte...

Am Jochpass überquerten wir die Grenze zum Kanton Bern, ein klares Zeichen dafür, dass wir uns dem Ziel näherten. Wir stiegen hinunter zur Engstlenalp und benutzten dazu den Downhill-Veloweg in der Überzeugung, dass dieser an diesem gruseligen Tag wohl kaum von anderen benutzt werden würde. Inzwischen hatte es schon so viel geregnet, dass der Wanderweg zu einem richtigen Bergbach wurde und unsere Aktivität eher zu Canyoning verkam den Mountain-Hiking glich. Aus diesem Grund entschloss ich mich den sonst wohl sehr idyllischen Wanderweg zu verlassen und statt dessen die asphaltierte Strasse Richtung Innertkirchen zu benutzen. Auch Finnja hatte den Regen offenbar langsam satt. Denn als ich zwecks Kartenstudium eine kurze Pause bei einem Vieh-Anhänger einlegte verzog sie sich sogleich darunter und suchte ganz offensichtlich ebenfalls ein trockenes Plätzchen.

Aufgrund der schlechten Witterung verzichtete ich darauf eine Abkürzung zu benutzten welche uns auf einem schmalen Weg erlaubt hätte die Höhe zu halten und entlang einer Bergflanke zu jenem Strassenabzweiger zu gelangen welcher uns zum Tagesziel Reuti am Hasliberg geführt hätte. Statt dessen nahm ich den längeren Weg über die Asphaltstrasse mit zusätzlichem Ab- und Wiederaufstieg in Kauf, was es mir allerdings ermöglichte mich im Restaurant Schwarzental zu verpflegen. Offenbar waren wir zu diesem Zeitpunkt schon sehr nass, denn die Wirtin wies uns an all unsere Klamotten, den Rucksack und am liebsten auch gleich Finnja (was ich natürlich nicht erlaubte) beim Eingang zu belassen um nicht den ganzen Boden zu versauen.

Die verspätete Mittagspause mit einer deftigen, heissen Käseschnitte kam genau zum richtigen Zeitpunkt denn just in dem Moment, als wir das Restaurant verliessen liess der Regen spürbar nach und kurz darauf hörte es ganz auf. Es dauerte allerdings noch ein Weilchen bis ich der Sache wirklich traute und ich nutzte die Gelegenheit die Regenklamotten auszuziehen als ich mit einem ortsansässigen Jäger ins Gespräch kam. Dieser sah genau so urchig aus wie man sich einen echten Schweizer Bergbauer vorstellt, war wirklich äusserst liebenswürdig in seinen Bemerkungen im wunderschönen Hasli-Diitsch (zum Beispiel über "das kleine Füchslein das ich da mit mir führe") und erklärte mir interessante Dinge darüber, wie sich das Wild bei diesem Wetter verhält.

Nach über 9 Stunden Marschzeit (7 davon im strömenden Regen) erreichten wir um halb sechs am Nachmittag Reuti am Hasliberg. Ich suchte ein Hotel auf von welchem ich annahm, dass es dort auf dem Zimmer Dusche und Fernseher geben würde. Nach den vielen Stunden in der freien Natur die ich mehr als genossen hatte musste ich mich langsam aber sicher auch wieder an die Zivilisation gewöhnen. Und schliesslich wollte ich nach der Schmach in der Hinrunde auf keinen Fall verpassen, wie die Schweiz auswärts Luxemburg in der WM-Qualifikation 3:0 besiegt und sich somit wichtige Punkte für die Teilnahme an der Fussball-WM in Südafrika sicherte...

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