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Verein für australische Treib- und Hütehunde

Tag 8: Reuti - Brünigpass - Interlaken

Am achten und letzten Tag unserer Wanderung boten sich ideale Voraussetzungen damit die letzte Etappe zum Triumphmarsch werden würde. Das Wetter war leicht bewölkt, der Weg nicht mehr sonderlich lang und es ging fast nur noch abwärts. Ausserdem fühlten ich mich gut ausgeschlafen und bereit für den Rest unserer Reise. Auch Finnja machte schon am frühen Morgen einen munter Eindruck. Ich wollte zu Fuss nach Brienz gelangen um dann mit dem Kursschiff über den Brienzersee nach Interlaken zu fahren. Von dort aus sollte es schliesslich mit dem Zug wieder zurück nach Schaffhausen gehen.

Kurz vor 9:00 Uhr checkten ich aus im Hotel und wir hatten mehr als genügend Zeit um zu unserem Ziel zu gelangen. Entsprechend sachte gingen wir es an und der Weg zum Brünigpass war eher ein gümtlicher Spaziergang denn ein harter Gebirgsmarsch. Ich genoss die herrlichen äusseren Bedingungen und die schöne Umgebung. So zum Beispiel als wir uns wie in einem Märchenwald vorkamen als die Sonne die Bäume und die moosbedeckte Landschaft um uns herum in ein fast kitschig wirkendes, diffuses Licht tauchte.

Im Vergleich zu den anderen Passübergängen welche wir zu Beginn der Woche überquert hatten, auf schmalen Fusspfaden und weit abseits von motorisiertem Verkehr und anderen Menschen, war der Brünigpass das krasse Gegenteil. Ein Verkehrsknotenpunkt zwischen der Zentralschweiz und dem Berner Oberland mit Bahnlinie, Autos, Motorrädern und viel Hektik an diesem inzwischen recht sonnigen Herbsttag. Dafür gibt es hier auch mehrere Restaurants, eines davon pries mit einem vor dem Haus aufgestellten Schild Apfelküchlein mit Vanillesauce feil. Ein Mittagshalt auf dem Brünigpass war zwar nicht geplant, dass klang aber so verlockend das ich einfach nicht widerstehen konnte.

Nach der köstlichen Verpflegung folgten wir dem Wegweiser Richtung Brienz. Ein kurzes Stück unterhalb der Passhöhe traute ich meinen Augen nicht als da tatsächlich eine Umleitung für Wanderer ausgeschildert war. So etwas hatte ich in all den Jahren und auf den vielen hunderten Kilometern Wanderweg die ich zurückgelegt hatte noch nie gesehen!

Zurück auf dem "richtigen" Wanderweg ging es über grüne Wiesen sowie Kuhweiden vorbei an ein paar Hütten und durch den Wald über einen romantischen Weg hinunter Richtung Brienzersee. Um 14:30 Uhr erreichten wir unser Ziel der diesjährigen Wanderung, die Schifflände in Brienz. Kurze Zeit später bestiegen wir das Schiff und suchten uns ein stilles Plätzchen auf dem hinteren Deck. Die Fahrt nach Interlaken war eine ausgezeichnete Gelegenheit die ganze Woche nochmals Revue passieren zu lassen. Finnja lag zu meinen Füssen und schlief kurze Zeit später tief und fest. Auch sie machte einen müden aber sehr zufriedenen Eindruck.

Die Zugfahrt von Interlaken nach Schaffhausen hatte es dann nochmals in sich. Insbesondere auf der Strecke zwischen Bern und Zürich war an diesem Sonntag Abend allerlei los. In unserem Abteil sass mir gegenüber eine behinderte Frau welche die bei mir unter dem Bank liegende Finnja häufig mit ihrem Blick fixierte, neben ihr eine Frau mit indischem Aussehen. Neben mir deren etwa fünfjährige Tochter welche ständig zwischen dem Abteil in welchem sich der Rest ihrer Familie aufhielt und unserem hin und her wechselte. Ausserdem konnte das Mädchen wenn es neben mir sass kaum still sitzen und zappelte mit ihren Beinchen unter dem Bank hin und her. Unter diesen Umständen und den beengenden Platzverhältnissen ist es wohl den meisten Hunden nicht besonders wohl. Hinzu kommt, dass sich Finnja Kinder nicht gewohnt ist. Daher musste ich, obwohl Finnja friedlich zu schlafen schien, die ganze Zeit auf der Hut sein um sicher zu sein, dass es nicht zu einer Situation kam in welcher mein "Blue Heeler" seinem Namen plötzlich gerecht werden könnte. So begann ich mich schon lange bevor der Zug im Bahnhof Zürich einfuhr für den Umstieg bereit zu machen um sicher der Erste zu sein welcher den Wagen verlässt. Um zehn Uhr nachts erreichten wir wieder Schaffhausen wo wir von meiner Frau Claudia mit dem Auto abgeholt wurden. Ihr möchte ich an dieser Stelle dafür danken, dass sie mich mit Finnja jeweils zu unseren Abenteuern losziehen lässt.

Am nächsten Morgen sass ich in meinem Auto und war zusammen mit Finnja auf dem Weg ins Büro. Unser gemeinsamer Wanderurlaub war vorbei und gestärkt durch die vielen schönen Erlebnisse fiel es mir nicht sonderlich schwer wieder in den Alltag zurückzukehren. Ich hatte erneut eine herrliche Woche erleben dürfen, hatte viele interessante, schöne Begegnungen und Wetterglück. Das wurde mir überdeutlich bewusst, als das Autoradio verkündete, der Klausenpass sei wegen schneebedeckter Strasse per sofort geschlossen worden...

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