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Verein für australische Treib- und Hütehunde
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Der Cattle Dog als GeländesuchhundAls ich mich für die Arbeit der Geländesuche zu interessieren begann wurden mir folgende Anforderung an den Hund genannt: - Guter Gehorsam Zumindest aufgrund der Erfahrung mit meiner Hündin Finnja hätte
ich die Frage, ob sich der Cattle Dog als Geländesuchhund eignet mit
einem klaren „Nein“ beantworten müsssen. Seit wir im August 2011
unseren ersten Eignungstest bei der Redog bestanden haben würde ich
nun aber sagen: „Im Prinzip Nein, aber...“ Nachdem ich mit Finnja gesundheitsbedingt mit Agility aufhören musste schaute ich mich nach einer spannenden Alternativbeschäftigung um und schnupperte bei unterschiedlichen Sparten rein. Bei der Geländesuche hat mich die Arbeit als Team angesprochen. Der Hundeführer muss in der Lage sein den Hund richtig zu lesen und ihn zu unterstützen das vorgegebene Revier abzusuchen, ihm aber auch vertrauen bzw. selbständig arbeiten lassen und damit leben, dass ein Kommando auch mal ignoriert wird wenn sich der Hund seiner Sache sicher ist. Die REDOG Einsatzleiterin für Geländesuche in der Region Ostschweiz hat es, anlässlich einer Prüfung, mal folgendermassen auf den Punkt gebracht: "Wenn man diesen Hund so arbeiten lässt, wie ER es für richtig hält, sieht das wirklich gut aus!" Ausserdem hat mir sehr gut gefallen, dass nicht die konsequente Einhaltung einer Prüfungsordung die Arbeitsqualität eines Teams bestimmt sondern der Erfolg in der Suche. Konkret bedeutet dies, dass ich meinem Hund so viel Körperhilfe, Doppelkommandos und Guetzli geben kann wie ich es für richtig errachte. Was zählt ist lediglich der Erfolg bei der Suche und der Anzeige. Ich persönlich errachte dies als hundegerecht, es entspricht möglicherweise auch eher dem Wesen des Cattle Dog.
Ein Beispiel: vom Sanitätshund (als Prüfungsdisziplin) wird eine korrekte Revierarbeit verlangt (siehe Illustration). Nimmt er die Fährte einer Person auf darf er zwar vorlaufen, sollte danach die ausgelassenen Schläge aber noch nachholen. Bei der Geländesuche ist dies nicht zwingend notwendig. Der Hundeführer muss, unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände wie z. B. Wind, Topografie oder Geländebeschaffung entscheiden, ob ich den Hund noch mal schicken will oder eben nicht.
Womit wir bei der Frage „Bringseln oder Bellen“ wären. Im Gegensatz zur Sanitätshundearbeit ist bei der Redog die Anzeige eines Fundes auf zwei Arten möglich. Beim Verbellen bleibt der Hund beim gefundenen Objekt und teilt dem Hundeführer den Fund und die Position durch Bellen mit. Beim Bringseln nimmt der Hund ein am Halsband angehängtes Bringsel mit dem Maul auf, trägt dieses zurück zum Hundeführer und zeigt, nachdem dieser ihm das Bringsel abgenommen hat, die Position des Objektes durch zurücklaufen an die Fundstelle an. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Zu Beginn der Ausbildung von Finnja habe ich aus verschiedenen Überlegungen heraus auf Verbellen gesetzt. Primär weil ich dies als für den Hund weniger anstrengend erachtete. Dem ist aber überhaupt nicht so. Der Energiebedarf eines bellenden Hundes, insbesondere wenn er vielleicht schon eine Stunde bei grossen Temperaturen gesucht hat, ist nicht zu unterschätzen – zumal dieser nicht einfach nach dem dritten Mal bellen aufhören darf. Bereits nach kurzer Zeit habe ich dann aber umgestellt und die Anzeige komplett neu als Bringseler aufgebaut. Einerseits bietet dies den Vorteil, dass Finnja nicht bei (fremden) Personen zu bleiben braucht – was sie zwar tun würde, nicht aber unbedingt liebt. Anderseits, und das war die Hauptmotivation, ist es für sie das Grösste mit mir im Schlepptau quer durch den Wald zu rennen. Dieses gemeinsame „Jagen“ ist ihr eine mindestens genau so wertvolle Belohnung wie das Futter, welches es am Ziel gibt. Da kann sie schon auch mal den einen oder anderen (meist kleinen aber anspruchsvollen) Umweg einschlagen statt mich auf direktem Weg zum Fundobjekt zu führen. Was dazu führt, dass sie mich wie oben erwähnt auch mal abhängt und ich (vor allem im Dunkel der Nacht) den Anschluss verliere. Wenn ich dann völlig verloren im Wald stehe bin ich doch froh, dass sie kurze Zeit als Verbeller gearbeitet hat. In der Regel reicht dann ein „Gib Laut“, Finnja beginnt den Fund zu verbellen und ich weiss zumindest wieder, in welche Richtung ich weiter laufen muss. Was vielleicht auch typisch Cattle Dog ist – gelernt ist gelernt. Nebst der oben erwähnten Arbeit mit den Hunden bieten bei Redog
die technischen Fächer wie Radiokommunikation, Karte und Kompass,
Erste Hilfe oder Alpintechnik ausserdem eine willkommene Ergänzung
zur Arbeit mit den Hunden. Der Aspekt, dass ich in diesem Bereich
das eine oder andere zur Ausbildung beitragen kann hat zumindest mir
den Einstieg sicher auch ein wenig erleichtert. Nicht zu
unterschätzen ist allerdings der Zeitaufwand der für ein Engagement
bei Redog erbracht werden muss. Ich habe letzhin errechnet, dass ich
dafür jährlich ca. 35 (Arbeits)tage aufwende. Aus der
Tatsache, dass es sich dabei um echte Teamarbeit handelt, ergibt
sich, dass nur ein Bruchteil davon auch der Ausbildung des eigenen
Hundes zu Gute kommt. Ein Problem welches sich bei „Bringslern“ Teams ergeben kann ist
das so genannte Fehlbringseln. Dabei nimmt der Hund das Bringsel auf
und bringt dieses seinem Führer auch dann, wenn er gar nichts
gefunden hat. Dies kann besonders dann leicht passieren, wenn der
Hund schon lange „leer“ gelaufen ist (also keinen Sucherfolg hatte)
und/oder der Druck vom Hundeführer zu gross ist. Bei einigen Hunden
bzw. für Anfänger wie mich ist es z. T. unmöglich anhand des
Verhaltens zu beurteilen, ob es sich nun um Fehlanzeige handelt oder
nicht. Dies kann dazu führen, dass man dem Hund das Bringsel abnimmt
und ihn „zeigen“ schickt, worauf der Hund in den Wald hinausläuft
und irgendwo stehen bleibt oder sich hinlegt, wo gar nichts ist. Beim zweiten Test waren die Vorzeichen denkbar schlecht. Daher nahm ich mir vor, einfach das Beste draus zu machen und die Fehler des ersten Versuches zu vermeiden. Ich sah den Anlass ganz einfach als „Lernspaziergang“. Eine solche Einstellung kommt zwar nicht bei allen Redog-Mitgliedern gut an, letztendlich errachte ich selbst es aber auch als wichtig, seinen Hund und dessen Leistungsvermögen in jeder Situation richtig einschätzen zu können. Um es abzukürzen: der erste Teil der Prüfung (Wegsuche) lief ganz ordentlich und es gelang uns tatsächlich, die Fehler nicht zu wiederholen. Dies obschon ich vermutlich wieder zu viel Druck ausübte, was von Finnja mit Gegedruck gekontert wird. Dies führt dazu, dass dann gar nichts mehr geht und sie die Arbeit schlicht verweigert. Der zweite Teil der Prüfung wurde vom Begutachter mit den folgenden Worten kommentiert: „sieh es als gute Möglichkeit, zu lernen mit negativen Erfahrungen umzugehen“. Genau das Tat ich. Und ich war überhaupt nicht frustriert, hatte ich meinen Hund doch richtig eingeschätzt! Genau so ging es mir auch bei meinem dritten Anlauf. Doch diesmal waren die Vorzeichen ganz anders - positiv. Arbeitslaune von Finnja, Wetter und meine Gemütsverfassung waren Klasse. Ich dachte mir schon bei der Anfahrt, dass dies möglicherweise der perfekte Tag werden könnte. Und nahm mir vor, geduldig zu bleiben und ja nicht zu viel Druck zu machen. Das zahlte sich aus, während der gesamte Suche gab es nicht ein Fehlbringseln! Offenbar finden wir gemeinsam langsam die Balance zwischen fordern und fördern. Wie viele andere Teams auch hatte Finnja die erste Person und den ersten Gegenstand im Revier nicht gefunden. Erst nach 450m Leerlauf und fast einer halben Stunde Suche hatte sie ihren ersten Erfolg. Die Tatsache, dass sie die ganze Zeit über und auch danach trotzdem ordentlich weitergesucht hat schreibe ich einer nützlichen Eigenschaft des ACD zu: es wird so lange gerackert, bis die Arbeit abgeschlossen ist – was bei uns dann der Fall ist, wenn ich ihr die Schabrakke ausziehe. Diesen Vorteil des Cattle Dog kann sehr gezielt gefördert und genutzt werden. Ein anderes Merkmal das ich festgestellt habe ist, dass Finnja während der Arbeit vieles, was sie sonst zu unangenehmen Reaktionen anregt, kaum interessiert. Üblicherweise werden fremde Hunde erst mal angepöbelt, trifft sie diese hingegen in „ihrem“ Revier bei der Suche so wird dies zwar zur Kenntnis genommen, vielleicht mit kurzem Bellen und Imponiergehabe kommentiert, danach aber gleich wieder konzentriert weiter gearbeitet. So geschehen auch an eben diesem dritten Eignungstest. Gleich nachdem Finnja den jungen holländischen Schäfer eines anderen Redog-Mitgliedes in Mitten ihrer Prüfung kurz begrüssen musste nahm sie ihre Arbeit wieder auf und ortete den letzten „vermissten“ Figuranten. Damit hatten wir, nachdem wir auch die anderen beiden Gegenstände auf der Wegsuche gefunden hatten, unseren ersten Eignungstest erfolgreich bestanden! Meine Trainerin welche uns während der Prüfung glücklicherweise begleiten konnte hat mich danach zwar auf viele Fehler aufmerksam gemacht. Beispielsweise, dass ich (was ich immer mal wieder höre – nicht nur bei der Arbeit mit dem Hund ;-) viel zu viel gequatscht hätte oder Finnja an Orten ins Revier geschickt, an denen bereits im Voraus zu sehen war, dass dies zu nichts führt. So kam es mehr als einmal vor, dass ich zwar weitergelaufen bin, Finnja aber einfach stehen blieb so bald ich ausser Sichtweite war und mich im Glauben liess, sie sei nun auf der Suche – was ich nach ihrer Rückkehr natürlich jeweils ordentlich belohnte. Es bleibt also noch viel zu lernern und zu tun für uns Beide. Überglücklich und Mega stolz auf meine kleine Hexe war ich trotzdem!
Nebst Finnja und mir haben auch noch drei weitere Redog-Teams am gleichen Test ihre Premiere gefeiert. Einige davon waren gleich auf Anhieb erfolgreich. Ob ich mich daran stosse, dass wir so lange brauchen bis zu unserem ersten Vollerfolg während dem andere diese scheinbar mit Links machen? Absolut nicht, auch wenn ich enttäuscht war bei unserem ersten Misserfolg: ich freue mich für alle erfolgreichen Teams und gönne diesen bestanden Prüfungen von Herzen. Ich glaube aber auch, dass die Freude über Erfolge – auch kleine – dann am grössten ist, wenn man sich diese mit Fleiss, durch lehrreiche Rückschläge und viel, viel Geduld in teilweise mühsamen Schrittten erarbeiten muss. Meine Erfahrung mit dem Cattle Dog ist die, dass man mit diesem Umstand zurecht kommen muss, ganz egal ob man mit ihm als Suchhund, Begleithund oder im Agility arbeitet. Wer einen im Alltag einfach Hund sucht mit dem man schnell von Erfolg zu Erfolg kommt sollte sich nicht unbedingt für den Cattle Dog entscheiden. Es kann sonst durchaus sein, dass diese Erwartungshaltung enttäuscht wird. FazitFinnja ist gegenüber (fremden) Personen viel offener und
aufgeschlossener seit ich mit ihr als Suchhund arbeite. Eine
angenehmer Nebeneffekt der sich in dieser Zeit ergeben hat – auch
wenn sie weit davon weg ist fremden Personen gegenüber aufdringlich zu sein. So gesehen wäre meine Antwort auf die Frage, ob sich der Cattle
Dog als Suchhund eignet inzwischen die folgende:
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